Prellung (Kontusion)

Auf einen Blick

  • Eine Prellung entsteht durch stumpfe, äussere Gewalteinwirkung (z. B. Stoss oder Schlag), ohne dass dabei die Haut verletzt wird.
  • Typisch sind Schmerzen, Schwellung und ein sichtbarer Bluterguss (Hämatom, „blauer Fleck“) infolge gequetschter Blutgefässe im Gewebe.
  • Häufig betroffen sind Arme, Beine, Rippen oder Gelenke (vor allem bei Sportverletzungen, Stürzen oder Unfällen).
  • Zur Behandlung wird häufig die sogenannte PECH-Regel und ggf. Schmerzmittel eingesetzt. Der Heilungsprozess kann, je nach Schwere der Prellung, Tage bis Wochen dauern.

Was ist eine Prellung?

Eine Prellung (auch Kontusion genannt) ist eine häufige, in der Regel harmlose Verletzung, die durch eine äussere Krafteinwirkung (z.B. Stoss, Schlag oder Aufprall) entsteht. Anders als bei offenen Wunden bleibt die Haut dabei unversehrt.

Im Bereich der Verletzung kann es durch den Druck zur Beschädigung kleiner Blutgefässe kommen. Das ausgetretene Blut sammelt sich im umliegenden Gewebe, was einen sichtbaren Bluterguss (Hämatom) – umgangssprachlich auch als „blauer Fleck“ bekannt – verursacht. Prellung, Bluterguss und Hämatom werden im alltäglichen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet, bezeichnen jedoch unterschiedliche Aspekte derselben Verletzungsform.

Prellung, Bluterguss, Hämatom: Wie unterscheiden sich die Begriffe? 

Begriff:  Medizinische Bedeutung:  Umgangssprachlich genutzt für: 
Prellung (Kontusion)  Stumpfe Verletzung des Gewebes durch äussere Krafteinwirkung, ohne Hautverletzung  Die eigentliche Verletzung, z. B. durch Stoss oder Schlag 
Bluterguss  Allgemeine Bezeichnung für ausgetretenes Blut im Gewebe  Sichtbare bläuliche Verfärbung („blauer Fleck“) 
Hämatom  Medizinischer Fachbegriff für eine Einblutung ins Gewebe  Wird oft synonym mit Bluterguss verwendet 

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Symptome: Wie erkenne ich eine Kontusion?

Typische Symptome einer Prellung treten oft zeitverzögert auf: Sie entwickeln sich nicht immer unmittelbar nach dem auslösenden Ereignis, sondern können sich im Verlauf der ersten Stunden bis Tage verstärken. Zu den häufigsten Beschwerden gehören: 

  • Schmerzen, meist druck- oder bewegungsabhängig 
  • Schwellung im betroffenen Bereich 
  • Verfärbung der Haut (blau-rot bis gelb-grün im Verlauf) durch Einblutung ins Gewebe („blauer Fleck“) 
  • Druckempfindlichkeit 

Je nach Lokalisation und Schweregrad kann die Beweglichkeit des betroffenen Körperteils vorübergehend beeinträchtigt sein, insbesondere bei Prellungen an Gelenken. 

Prellung, Kontusion, Hämatom am Bein

Welche Ursachen und Auslöser gibt es?

Eine Prellung entsteht immer durch eine äussere mechanische Kraft, die stumpf auf das Gewebe einwirkt. Dabei reicht die Krafteinwirkung nicht aus, um Knochen zu brechen oder die Haut zu durchtrennen, sie verursacht jedoch Verletzungen im darunterliegenden Gewebe. 

Mögliche, häufige Auslöser sind: 

  • Stürze (z.B. beim Sport oder im Alltag) 
  • Unfälle im Strassenverkehr oder Haushalt 
  • Stösse gegen harte Kanten oder Gegenstände 
  • Schläge oder Tritte, z.B. bei Kontaktsportarten 

Durch die äussere Krafteinwirkung werden Blut- und Lymphgefässe unter der Haut gequetscht. Dies führt zum Austritt von Blut und Gewebsflüssigkeit und damit zur Entstehung der typischen Schwellung und des Hämatoms. 

Je nach betroffener Region und Krafteinwirkung kann die Prellung sehr oberflächlich oder auch tief im Muskelgewebe lokalisiert sein. 

Welche Körperregionen sind betroffen?

Grundsätzlich können alle Körperstellen geprellt werden. Besonders häufig betroffen sind: 

  • Schienbein (aufgrund der geringen Weichteildeckung) 
  • Arme und Beine allgemein, Fuss (z.B. durch Sport oder Stürze) 
  • Rippen (z.B. bei Brustkorbtraumata) 
  • Schulter und Hüfte 
  • Knie und Sprunggelenke 
  • Weichteilreiche, gut durchblutete Bereiche wie Oberschenkel oder Gesäss

Je nach betroffener Stelle können die Heilungsdauer und die Intensität der Beschwerden variieren. 

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Wer ist betroffen?

Prellungen können prinzipiell jeden Menschen betreffen. Besonders häufig treten sie jedoch bei den folgenden Personengruppen auf: 

  • bei Kindern (z.B. beim Spielen oder Toben) 
  • bei sportlich aktiven Menschen, insbesondere bei Kontakt- und Mannschaftssportarten 
  • im Alter, da das Gewebe empfindlicher wird und die Koordination abnimmt 

Eine besondere Risikogruppe stellen Menschen mit Gerinnungsstörungen oder unter blutverdünnender Medikation dar, da bei ihnen bereits leichte Prellungen zu ausgeprägten Hämatomen führen können. 

Wann sollte ich zum Hautarzt?

In den meisten Fällen ist eine Prellung ungefährlich und heilt folgenlos aus. Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll bei: 

  • starken Schmerzen 
  • zunehmender Schwellung oder sehr grossflächigem Bluterguss 
  • eingeschränkter Beweglichkeit über mehrere Tage 
  • Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in der Region 
  • Verdacht auf Knochenbeteiligung, z.B. bei starker Krafteinwirkung oder Unfällen 
  • keiner erkennbaren Besserung nach einigen Tagen 
  • Unsicherheit bezüglich der Verletzung 

Mögliche kompliziertere Verletzungen – wie z.B. Knochenbrüche oder Bänderrisse – können durch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall ausgeschlossen werden.

Wie verläuft die Behandlung?

Die Behandlung einer Prellung erfolgt in der Regel konservativ, also ohne operativen Eingriff, und zielt auf Schmerzlinderung, Abschwellung und zügige Heilung ab. Häufig wird auf die sogenannte PECH-Regel verwiesen: 

  • Pause: Schonung der betroffenen Region, um weitere Belastung zu vermeiden 
  • Eis: Kühlen der Kontusion mit in ein Tuch gewickelten Kühlpacks oder kalten Umschlägen 
  • Compression: Leichter Druckverband kann Schwellungen begrenzen 
  • Hochlagern: Erhöhte Lagerung der betroffenen Stelle zur Abschwellung 

Zur Schmerzbehandlung können Schmerzmittel eingesetzt werden; häufig wirken diese gleichzeitig entzündungshemmend. Auch Salben und kühlende Gels können unterstützend wirken. 

Während der Heilungsphase sollte auf Sport und stärkere Belastung verzichtet werden. In der Regel bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage, eine vollständige Heilung kann – je nach Schweregrad – bis zu mehreren Wochen dauern.

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Autor: Dermatologe Dr. med. Max Tischler

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