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Krätze

Was ist Krätze?

Die Krätze, auch Skabies genannt, ist eine Hauterkrankung welche durch Parasiten, sogenannte Krätzmilben, hervorgerufen wird. Diese Milben graben sich in die obere Hautschicht von anderen Lebewesen, um sich dort einzunisten und sich fortzupflanzen. Dies ruft beim Menschen Entzündungen sowie starken Juckreiz hervor.

Welche Ursachen hat sie?

Die Übertragung erfolgt durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch. Dabei lösen sich die weiblichen Milben von ihrem Wirt und springen zum nächsten über, um dort ihre Eier zu legen. Die Milben graben sich in die oberste Hautschicht. Da sich Menschen oft beim Geschlechtsverkehr anstecken, wird die Krätze auch zu den sexuell übertragbaren Krankheiten gezählt, genauso wie beispielsweise Feigwarzen.

Wodurch wird sie ausgelöst?

Eine Ansteckung erfolgt durch engen Hautkontakt von Mensch zu Mensch. Damit die Milben von Wirt zu Wirt übergehen, muss ein längerer Körperkontakt entstehen, weswegen die Übertragung häufig beim Geschlechtsverkehr stattfindet.

Doch auch zwischen Eltern und Kindern und generell innerhalb von Partnerschaften besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Die Milben können nicht lange außerhalb ihres Wirts leben, deswegen ist eine Ansteckung über Gegenstände seltener, jedoch nicht unmöglich. 

Sie kann beispielsweise durch gemeinsam benutzte Möbel, Bettwäsche, Handtücher oder Kleidung stattfinden. Eine intensive Reinigung und Hygiene sind daher im Umkreis einer infizierten Person extrem wichtig, um die Ausbreitung der Milben zu verhindern. 

Die Krätzmilben bohren Gänge in die oberen Hautschichten und legen dort ihren Kot und ihre Eier ab. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sechs Wochen nach der Übertragung der Parasiten. Innerhalb dieses Zeitraums ist die Krätze bereits ansteckend.

Was sind die Symptome?

Zu den Symptomen gehören: 

  • Starker Juckreiz, der sich bei Wärme verstärkt 
  • Gerötete, leicht brennende Haut 
  • Knötchen- und/oder Bläschenbildung 
  • Durch Kratzen können Schuppen und Krusten entstehen 

Die Symptome können bei den Betroffen unterschiedlich aussehen und vom gängigen Erscheinungsbild abweichen. Manchmal sind sogar die Gänge der Milben im Mikroskop zu erkennen.

Da es sich bei den Milben um Fremdkörper handelt, reagiert das Immunsystem mit einer Abwehrreaktion, die sich als Ekzem äußert. Wenn sich die Betroffenen so stark kratzen, dass die Haut rissig wird, können zudem Bakterien in die Haut eindringen und eitrigen Ausschlag verursachen. 

Welche Hautregionen sind betroffen?

Die Krätzmilben breiten sich gerne in warmen Hautregionen, an denen die oberste Hautschicht besonders dünn ist, aus. Häufig sind daher die Genitalien betroffen.

Auch Handgelenks- und Fingerzwischenräume, Ellbogen, die Brust, die Achselhöhlen, der Bauchnabelbereich und Brustwarzenhof sowie die Knöchel gehören zu den am häufigsten betroffenen Hautstellen.   

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Wie verläuft die Behandlung?

Krätze kann normalerweise gut mit Anti-Milben-Mitteln in Form von Cremes behandelt werden. Diese haben das Ziel, vorhandene Milben abzutöten. Es stehen verschiedene Mittel zur Auswahl. Die Wahl trifft der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin anhand von verschiedenen Faktoren, wie z. B. dem Maß der Ausbreitung und ob es sich bei den Betroffenen um Schwangere, stillende Mütter oder Babys handelt. 

Die zum Einsatz kommenden Cremes müssen meist für einen sehr langen Zeitraum von bis zu 12 Stunden auf den betroffenen Hautstellen verbleiben. Danach sollten Rückstände gründlich abgewaschen werden. Beim Auftragen der Creme empfiehlt sich die Verwendung von Handschuhen. 

In den meisten Fällen reicht eine Behandlungseinheit aus. Sollten sich nach zwei Wochen immer noch Anzeichen zeigen, wird der Arzt bzw. die Ärztin in den meisten Fällen zur Wiederholung der Behandlung raten. Bis zu 4 Wochen nach der Behandlung sollte überprüft werden, ob diese erfolgreich war. 

Die Mittel zur Bekämpfung sind sehr stark und sollten nur nach ärztlicher Anweisung verwendet werden. Eine engmaschige ärztliche Kontrolle sollte bei Säuglingen und Kleinkindern erfolgen. 

 

Therapie mit Tabletten 

Die Behandlung mittels Tabletten erfolgt mit Ivermectin, welches auch als Wurmmittel angewendet und oral eingenommen wird. Auch hier wird meist eine wiederholte Behandlung empfohlen, falls zwei Wochen nach der Therapie weiterhin Symptome auftreten.

Die Behandlung in Tablettenform kommt bei Patienten und Patientinnen zum Einsatz, bei denen die Behandlung mit Cremes nicht gewirkt hat. Auch bei der Borkenkrätze, bei der sich mehrere hundert Milben in der Haut befinden, kommen Tabletten zum Einsatz, da sie in diesen Fällen erfolgsversprechender sind als Cremes.

Der Arzt/die Ärztin kann ebenfalls eine Kombination aus Cremes und Tabletten vorschlagen. 

 

Zusätzliche Massnahmen während der Behandlung 

Folgende Tipps sollten unterstützend zur Krätze-Behandlung berücksichtigt werden, um einer Ansteckung vorzubeugen:

  • Intensive Körperhygiene 
  • Anti-Milben-Cremes nach einem Vollbad auftragen (beim Auftragen des Mittels sollten Handschuhe getragen werden)
  • Plastikhandschuhe während des Auftragens der Cremes tragen
  • Engen Körperkontakt mit Erkrankten vermeiden
  • Bettwäsche und Kleidung bei 60 Grad waschen oder für 4 Tage in Plastiksäcke verpacken
  • Sämtliche Personen aus demselben Haushalt sollten mitbehandelt werden, auch wenn sie noch keine Symptome aufweisen
  • Personen, die mit dem Patienten/der Patientin in Kontakt sind, sollten sich selbst nach Symptomen absuchen

Autor: Dermatologe Dr. med. Max Tischler

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