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Was ist Tinea barbae und Tinea capitis?
Tinea barbae (Bartmykose, umgangssprachlich auch Bartflechte genannt) und Tinea capitis (auch Ringelflechte der Kopfhaut oder Kopfpilz genannt) sind Pilzinfektionen der Haut, die durch sogenannte Fadenpilze (Dermatophyten) verursacht werden. Sie zählen zu den Tinea-Erkrankungen (Dermatophytosen), zu denen auch die Ringelflechte (Tinea corporis) gehört.
Beide Formen betreffen bevorzugt behaarte Hautregionen, insbesondere die Haarfollikel, und führen zu Entzündungen, Schuppenbildung und teils deutlichem Haarverlust.
Tinea capitis tritt überwiegend bei Kindern auf und befällt die Kopfhaut. Tinea barbae zeigt sich fast ausschliesslich bei Männern im Bartbereich und ist deutlich seltener.
Trotz unterschiedlicher Altersgruppen und Körperregionen ähneln sich die beiden Erkrankungen hinsichtlich Ursache, Ansteckung und Behandlung.

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Symptome: Wie erkenne ich Bartflechte und Kopfpilz?
Tinea barbae äussert sich typischerweise durch gerötete, schuppende, oft ringförmige oder unregelmässige Hautveränderungen in der Bartregion. Es kann zu Pusteln, Papeln und Schwellungen rund um die Haarfollikel kommen. Manchmal bildet sich ein sogenanntes Kerion – ein weicher, nässender, schmerzhafter Knoten, aus dem sich Haare leicht herausziehen lassen. Häufig jucken die befallenen Stellen, auch Schmerzen, Krusten und eitrige Sekrete können auftreten. Starke Entzündungen können zudem bakterielle Zweitinfektionen begünstigen. In schweren Fällen können Fieber, Abgeschlagenheit und geschwollene Lymphknoten hinzukommen. In der abgeheilten Region sind Narben und Haarverlust möglich.
Tinea capitis zeigt sich meist als runde, schuppende Stellen auf der Kopfhaut, die von Haarverlust (Alopezie) begleitet sind. Die betroffenen Stellen erscheinen oft grau-weisslich, Haare wirken stumpf oder brechen kurz über der Kopfhaut ab (sogenannte „Black-Dots“ oder „Stoppeln“). Je nach Erreger und Verlauf kann es auch zu stark entzündlichen Formen mit Pusteln, Abszessen, Kerion-Bildung und Lymphknotenschwellung kommen. Selten treten Schmerzen oder Narben auf. Ohne Behandlung kann es zu dauerhaftem Haarverlust kommen.
Beiden Erkrankungen gemeinsam ist der Befall des Haarfollikels, was sie von anderen, oberflächlicheren Pilzinfektionen unterscheidet.


Welche Ursachen und Auslöser gibt es?
Verursacht werden beide Formen durch Dermatophyten, insbesondere Arten der Gattungen Trichophyton und Microsporum. Diese Pilze ernähren sich von Keratin, das in Haut, Haaren und Nägeln vorkommt. Die Ansteckung erfolgt durch direkten oder indirekten Kontakt:
- direkten Hautkontakt (Mensch oder Tier)
- kontaminierte Gegenstände wie Kämme, Handtücher, Rasierer
- befallene Oberflächen (z. B. in Friseursalons oder Umkleiden)
Häufige Erreger sind:
- bei Tinea capitis: Microsporum canis (von Katzen/Hunden), Trichophyton tonsurans
- bei Tinea barbae: Trichophyton verrucosum (Rinderkontakt), T. mentagrophytes
Mögliche Risikofaktoren sind:
- Feucht-warmes Klima
- Mikroverletzungen der Haut (z. B. durch Rasur)
- Immunschwäche (z. B. durch Diabetes, HIV, Immunsuppressiva)
- enge Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen)
- beruflicher Kontakt zu Tieren (Landwirtschaft, Veterinärmedizin)
Zoophile (von Tieren stammende) Erreger gelten als besonders infektiös, da sie beim Menschen oft starke Entzündungsreaktionen hervorrufen.
Tipp:
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Welche Hautregionen sind betroffen?
Tinea capitis betrifft ausschliesslich die behaarte Kopfhaut; gelegentlich können angrenzende Bereiche wie Stirn oder Nacken mitbetroffen sein.
Tinea barbae tritt nur im barttragenden Gesicht auf (Kinn, Wangen, Hals, Oberlippe).
Achtung: Hautpilz in Barbershops!
Der Fadenpilz Trichophyton tonsurans breitet sich aktuell europaweit besonders stark aus. Er tritt vermehrt bei jungen Männern im Nacken-, Kopf- und Bartbereich auf. Es wird vermutet, dass diese sich vor allem in Friseursalons und Barbershops mit dem Pilz infizieren. Mangelnde Hygiene in den Salons soll ein Grund dafür sein. Um eine weitere Verbreitung und komplizierte Infektionsverläufe zu verhindern, sollte der Pilz im Verdachtsfall so schnell wie möglich erkannt und behandelt werden.
Wer ist betroffen?
Tinea capitis betrifft vor allem Kinder zwischen 3 und 12 Jahren. Erwachsene sind seltener betroffen. Übertragungen erfolgen insbesondere innerhalb von Schulen, Kindergärten und Familien oder über Haustiere.
Tinea barbae tritt in der Regel bei erwachsenen Männern auf, sehr selten können Frauen mit vermehrtem Bartwuchs betroffen sein. Berufsgruppen mit häufigem Kontakt zu Tieren sind besonders gefährdet, z. B. in der Landwirtschaft oder in der Veterinärmedizin.
Tipp:
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Wann sollte ich zum Hautarzt?
Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere dann wichtig, wenn:
- schuppige, haarlose Stellen auf der Kopfhaut oder im Bartbereich auftreten
- Beschwerden sich verschlimmern oder nicht bessern
- weitere Personen im Umfeld ähnliche Symptome zeigen
Generell ist es ratsam, auffällige Symptome fachärztlich abklären zu lassen, um eine Ausbreitung der Infektion und mögliche Narbenbildung zu verhindern.
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Wie verläuft die Behandlung?
Da bei Tinea barbae und Tinea capitis die Haarfollikel betroffen sind, reicht eine äusserliche Behandlung allein nicht aus. In der Regel ist eine systemische Therapie erforderlich.
- Systemische Antimykotika: Dermatologen und Dermatologinnen verschreiben Tabletten wie Griseofulvin, Terbinafin, Itraconazol oder Fluconazol, die meist über 4-8 Wochen eingenommen werden.
- Zusätzlich bei Bedarf: Bei starker Entzündung können Kortikosteroide kurzfristig zur Schwellungsreduktion verordnet werden. Bakterielle Superinfektionen werden gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt.
Begleitmassnahmen:
- täglicher Wechsel von Kämmen, Bürsten, Handtüchern
- Desinfektion kontaminierter Gegenstände
- Mitbehandlung infizierter Haustiere
- Körperkontakt und gemeinsame Nutzung von Gegenständen vermeiden
Die Therapie dauert je nach Ausmass und Erreger mehrere Wochen. Eine konsequente Durchführung ist entscheidend, um Rückfälle und Komplikationen zu vermeiden. Ohne Behandlung kann es zu dauerhaftem Haarverlust oder Vernarbungen kommen.
Ist eine digitale Diagnose bei Tinea barbae und Tinea capitis möglich?
Viele Hauterkrankungen können Hautärzte und Hautärztinnen allein anhand von Fotos und Informationen zu den Symptomen erkennen. Wichtig: Digitale Blickdiagnosen sind nur mit guter Bildqualität möglich.
Autor: Dermatologe Dr. med. Max Tischler
Lesen Sie auch: Follikulitis, Trichophytie (Rinderflechte)
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https://www.msdmanuals.com/de/heim/hauterkrankungen/pilzinfektionen-der-haut/bartmykose-tinea-barbae
https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/tinea-barbae-3952
https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/tinea-capitis-ubersicht-3953
https://www.krankenhaushygiene.de/pdfdata/leitlinien/tinea_weiss.pdf
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