Zeckenstich

Auf einen Blick

  • Bei einem Zeckenstich schneidet die Zecke mit ihrem Mundwerkzeug ein kleines Loch in die Haut, durch das sie anschliessend mit einem Rüssel Blut trinkt.
  • Der Stich selbst verursacht in der Regel keine Schmerzen. Es können jedoch Rötungen und Krusten entstehen.
  • Besonders häufig treten Zeckenstiche an dünnen Hautstellen auf, etwa im Nacken, in den Ellen- und Kniebeugen und in der Leistengegend.
  • Zecken sollten schnellstmöglich mit einer Pinzette (Zeckenzange) entfernt werden, da sie mitunter gefährliche Krankheiten wie Borreliose und FSME übertragen können.
  • Bei anhaltenden Hautveränderungen an der Einstichstelle, grippeähnlichen Symptomen oder wenn die Zecke nach einem Stich nicht vollständig entfernt werden konnte, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

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Was ist ein Zeckenstich?

Ein Zeckenstich erfolgt in unseren Breiten durch die Zeckenart „Ixodes ricinus, auch Holzbock genannt. Zecken ernähren sich von Tier- und Menschenblut. Mittels Schneidewerkzeug wird ein Loch in die Haut geschnitten und durch einen kleinen Rüssel trinken die Tiere das Blut. Zecken zählen zu den Spinnentieren, welche in unseren Laubwäldern bis 2000 m Höhe vorkommen. Sie bevorzugen gemässigtes Wetter und sind besonders im Frühjahr und Herbst aktiv, aber auch im Sommer. Bei kalten Temperaturen fallen die Tiere in eine Winterstarre.   

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Welche Symptome hat ein Zeckenstich?

Zeckenstiche können ungefährlich sein, bergen aber stets das Risiko Krankheiten zu übertragen. Der Stich ist schmerzlos, da im Speichel der Parasiten betäubende Substanzen enthalten sind. Im Speichel sind noch weitere Substanzen enthalten, welche die Blutgerinnung hemmen und Infektionen vorbeugen, wodurch ein Stich meist zunächst nicht einmal juckt und völlig unbemerkt bleibt. 

Mögliche Symptome eines Zeckenstichs:

  • Rötung: Die häufigste Reaktion auf einen Zeckenstich ist eine Rötung der Haut an der Einstichstelle. Diese Rötung kann bis zu 10 cm im Durchmesser gross sein und sich im Laufe der Zeit ausdehnen.
  • Kruste: Nach einigen Tagen kann sich an der Einstichstelle eine Kruste bilden.
  • Grippeähnliche Symptome: In einigen Fällen können nach einem Zeckenstich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gliederschmerzen auftreten. Diese Symptome können ein Anzeichen für eine durch Zecken übertragene Krankheit sein, wie Borreliose oder FSME.

Welche Hautregionen sind betroffen?

Beliebte Körperstellen für den Parasiten sind der Nacken, die Ellen- und Kniebeugen und die Leisten. Die Zecke krabbelt so lange umher, bis sie eine optimale Hautstelle, die dünn und gut durchblutet ist, gefunden hat. Menschen jeden Alters können betroffen sein und problematisch wird ein Stich, wenn dabei Krankheitserreger übertragen werden. 

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Borreliose (Lyme Krankheit) 

Borreliose wird durch Bakterien verursacht, die im Darm von 5 bis 30 Prozent der Zecken leben. Da die Keime nicht im Speichel der Parasiten vorkommen, findet die Übertragung auf den Menschen erst 12 bis 24 Stunden nach Einstich statt und eine frühzeitige Entfernung der Zecke kann eine Infektion verhindern.  

Zu den ersten Symptomen der Borreliose zählt die Wanderröte (Erythema migrans). Nach 7 Tagen bis 4 Wochen kommt es im Bereich des Zeckenstichs zu einer Rötung an der Einstichstelle, die sich mit der Zeit ringförmig ausbreitet, einen dunkel betonten Rand sowie eine zentrale Aufhellung aufweist. Die Wanderröte kann im Verlauf über den ganzen Körper wandern und von Juckreiz begleitet sein.

Im Anschluss kann es zu grippalen Symptomen, Fieber, Gelenk- und Kopfschmerzen mit Krankheitsgefühl kommen. Im Spätstadium ist die Entwicklung von Rheuma-ähnlichen Beschwerden, verschiedenen Hautveränderungen und neurologischen Beschwerden ähnlich wie bei Multiple Sklerose (MS) möglich. Die Erkrankung kann chronifizieren und über Jahre andauern. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Ein Impfstoff gegen Borreliose existiert nicht. 

FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis) 

Bei der FSME handelt es sich um eine durch das FSME-Virus übertragene Hirnhautentzündung. FSME kommt vor allem in Süddeutschland vor (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen). In der Schweiz steigen die Fallzahlen jährlich und es werden alle Kantonen außer Genf und Tessin zu den Risikogebieten gezählt. In deutschen Risiko-Gebieten sind ca. 0,1 Prozent der Zecken FSME-Virusträger. 

Wie der Name vermuten lässt, wird die Krankheit vor allem im Frühjahr und Sommer, aber auch im Herbst, übertragen. Eine Ansteckung mit dem Virus verläuft in der Mehrzahl der Fälle symptomlos. Wenn Symptome auftreten, was in ca. 15 Prozent der Fälle vorkommt, bemerken die Betroffenen meist nach 5 bis 20 Tagen Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit. In 1 Prozent der Fälle verläuft FSME tödlich. Die Krankheit kann nur symptomatisch behandelt werden, ein Wirkstoff gegen das Virus existiert nicht. Eine FSME-Impfung wird für Personen ab 6 Jahre empfohlen, die sich in Risikogebieten aufhalten.  

Wann zum Arzt?

Sie sollten einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, wenn:
  • Die Rötung grösser als 10 cm im Durchmesser ist.
  • Die Rötung länger als drei Wochen persistiert.
  • Die Einstichstelle stark juckt oder schmerzt.
  • Grippeähnliche Symptome auftreten.
  • Die Zecke nicht vollständig entfernt wurde.

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Wie wird ein Zeckenstich behandelt?

Sobald eine Zecke bemerkt wird, sollte sie zeitnah entfernt werden, um das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern zu verringern. Hierfür wird die Zecke mit einer Pinzette (Zeckenzange) möglichst nahe an der Haut und am Kopf des Tieres kontinuierlich herausgezogen. Wichtig ist, dass auch der Kopf vollständig entfernt wird. Anschliessend folgt die Desinfektion der Einstichstelle. Es empfiehlt sich, die Stelle noch für bis zu 4 Wochen zu beobachten, da bei Borrelieninfektion die Wanderröte mit Verzögerung auftreten kann. 

Wie schütze ich mich vor einem Zeckenstich?

Bei Aufenthalt in der Natur, insbesondere in Laubwäldern, sollte langärmelige Kleidung und eine Kopfbedeckung getragen werden. Meiden Sie, wenn möglich, das Unterholz und verwenden Sie stets Insektenschutzspray. Untersuchen Sie sich und ggf. Ihr Haustier, wenn Sie wieder zu Hause angekommen sind. Im Unterschied zu Läusen überleben Zecken den Kochwaschgang und Kälte von bis -25 °C.

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Autor: Dermatologe Dr. med. Max Tischler

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