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Sonnenbrand

Was ist ein Sonnenbrand?

Bei einem Sonnenbrand handelt es sich um eine akute Reaktion der Haut auf UV-Strahlungen. Besonders empfindlich ist helle, sonnenentwöhnte Haut, beispielsweise zu Beginn der Sommersaison. Er wird in Schweregrade eingeteilt und macht sich ca. 3-5 Stunden nach dem Sonnenbaden bemerkbar. 

Die Einteilung ist wie folgt: 

Grad 1: Rötung, ggf. Schmerzen, keine Blasenbildung, keine Narben
Grad 2a:  Rötung, Schmerzen, Blasenbildung, i.d.R. keine Narben
Grad 2b: Rötung, Schmerzen, Blasenbildung, Narbenbildung, keine Spontanheilung (Operation/Hauttransplantation ggf. nötig). Nur in seltensten Fällen durch Sonnenbrand.
Grad 3: Blass-weißer Blasengrund, abgestorbenes Gewebe, Operation notwendig (nicht durch Sonnenbrand zu erreichen). 

Welche Ursachen hat er und wodurch wird er ausgelöst?

Ist die Haut direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, ist die Gefahr für einen Sonnenbrand sehr hoch. Verursacht wird er durch die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) des Sonnenlichts. Diese werden in UV-A, UV-B, und UV-C Strahlungen unterschieden: 

UV-A Strahlen

  • Verursacht vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung
  • Ist zu 15% für die Bräunung der Haut verantwortlich, indem Vorstufen den
    braunen Farbpigments in der Haut (Melanin) aus Vorstufen aktiviert wird
  • Geht durch ungetönte Glasscheiben wie Fenster und Autoscheiben
    hindurch (im Gegensatz zu UVB und UVC)
  • Fördert in geringerem Maße als UV-B und -C die Entstehung von Hautkrebs
  • Kann Erkrankungen wie die Lichtallergie (sog. Polymorphe Lichtdermatose) auslösen
  • Wirkung auf die Haut bleibt oft lange unbemerkt

UV-B Strahlen

  • Bildung von Vitamin D3
  • Zu 85% für die Bräunung verantwortlich, regt die Pigmentproduktion in der Haut an
  • Ursächlich für Sonnenbrand
  • Erzeugt die sog. „Lichtschwiele“ als mechanischen Sonnenschutz (Verdickung der obersten Hautschicht, damit die schädliche UV-Strahlung einen längeren Weg zurücklegen muss und weniger Strahlung in der Tiefe ankommt)
  • Fördert die Entstehung von Hautkrebs

UV-C Strahlen

  • Fast vollständig durch Ozonschicht herausgefiltert
  • Wird bei Schweißarbeiten freigesetzt
  • Schädigt stark die Augen, kann beim Schweißen zur Verblitzung
    („Konjunktivitis photoelectrica“) mit Entzündung der Horn- und Bindehautführen, kann im Hochgebirge zu Schneeblindheit führen, allgemeine Erblindungsgefahr
  • Hautkrebserregend
  • Einsatz zur Flächensterilisation, tötet Keime ab

Was sind die Symptome?

Die Reaktion der Haut auf die UV-Strahlen erreicht nach 12 – 24 Stunden ihr Maximum. Danach klingen die Symptome meist nach etwa drei bis vier Tagen wieder vollständig ab.

Die Beschwerden gehen mit Rötung und Überwärmung der betroffenen Stellen am Körper einher. Bei höhergradiger Verbrennung kann es zu Blasenbildung kommen.

Schmerzen, Brennen und Juckreiz sind je nach Stärke  möglich. Die Abheilung kann mit Abschuppung, Pigmentstörungen und Narben einhergehen. Bei großen Flächen können Allgemeinsymptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Flüssigkeitsverlust entstehen.  

Welche Haut- bzw. Körperregionen sind betroffen?

Jede Körperregion, die der UV-Strahlung ausgesetzt ist, kann betroffen sein. Mit einem entsprechenden Lichtschutzfaktor kann den Symptomen und der Entstehung vorgebeugt werden. Häufig sind das Gesicht, das Dekolleté sowie die Schultern und Arme betroffen.

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Wie verläuft die Behandlung?

Bis die Symptome abgeklungen sind, sollte kein weiterer Aufenthalt in der Sonne stattfinden. Meist klingen die Beschwerden nach etwa drei Tagen ab. Kühlende und feuchtigkeitsspendende Produkte mit hohem Wasseranteil wie z. B. Lotionen, Gele und Körpermilch können die Symptome lindern. Bei Schmerzen können die betroffenen Stellen mit feuchten Umschlägen gekühlt werden. Bei stärkerem Sonnenbrand können außerdem kortisonhaltige Cremes hilfreich sein.  


Ab einer Verbrennung 2. Grades sollte ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden. Blasen sollten  ggf. steril punktiert (aufgestochen) werden, um ein mögliches Aufkratzen oder Aufplatzen und eine spätere Infektion der offenen Wunde zu vermeiden.

Autor: Dermatologe Dr. med. Max Tischler

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