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Gürtelrose

Was ist Gürtelrose?

Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine durch Viren ausgelöste Hautkrankheit. Sie wird durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht, genauso wie die Windpocken. Die Gürtelrose kann Jahrzehnte nach der Windpockeninfektion auftreten. Meis äussert sie sich durch einen schmerzenden Hautausschlag, der allerdings in der Intensität stark schwankt.

Der Ausschlag heilt in den meisten Fällen nach ein paar Wochen ab. Um Komplikationen zu vermeiden, empfiehlt es sich jedoch, einen Hautarzt oder eine Hautärztin zu konsultieren und frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen.

Welche Ursachen hat sie?

Die Viren gelangen oft schon in der Kindheit in den Körper und lösen zunächst die typische Kinderkrankheit Windpocken aus. Nach Abheilung der Krankheit verbleiben die Viren im Körper, genauer gesagt im Nervensystem. Sie können lebenslang inaktiv schlummern.

Unter bestimmten Umständen wird das Virus wieder aktiv. Das passiert insbesondere bei einem geschwächtem Immunsystem, durch Krankheit oder im Alter. Des Weiteren können psychischer Stress, UV-Strahlung oder Medikamente das Aufkommen der Gürtelrose begünstigen. 

Sobald die Viren wieder aktiv werden, breiten sie sich in einem bestimmten Hautabschnitt, seltener auf der gesamten Haut, aus und rufen eine Entzündung hervor. Als Reaktion entwickelt sich daraufhin der bläschenartige Hautausschlag. Auch durch Kontakt mit dem Inhalt der Bläschen kann die Infektion übertragen werden und bei der anderen Person Windpocken auslösen, wenn diese nicht immun ist. Diese Schmierinfektion ist jedoch bei Weitem nicht so ansteckend wie eine Tröpfcheninfektion. 

Wodurch wird sie ausgelöst?

Das Varizella-Zoster-Virus schlummert inaktiv in bestimmten Abschnitten des Nervensystems und reaktiviert sich bei Immunschwäche, schwerer Erkrankung, Stress oder auch ohne ersichtlichen Grund. Das Krankheitsbild ist somit nicht ansteckend. Sollte eine nicht geimpfte oder immune Person in Kontakt mit dem Bläscheninhalt kommen, würde sie an Windpocken erkranken. 

Was sind die Symptome?

Die Hautkrankheit kann sich zunächst durch leichtes Fieber und brennende Schmerzen auf der betroffenen Hautstelle bemerkbar machen. Eventuell kommt Juckreiz hinzu. Bis zu einer Woche nach Auftreten dieser Symptome bildet sich der für die Gürtelrose typische, örtlich begrenzte, Hautausschlag. Dieser besteht aus klaren, kleinen Bläschen auf gerötetem Grund. Die Bläschen vereinen sich meist zu kleinen Gruppen. Sie platzen nach einigen Tagen auf und verkrusten. In keinem Fall sollten die Bläschen aufgekratzt werden, da sich sonst die Gefahr einer bakteriellen Entzündung vergrössert. 

Die Gürtelrose heilt bei einem unkomplizierten Verlauf innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Es ist allerdings ratsam frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen, um die Krankheit einzugrenzen, vor allem wenn Schmerzen auftauchen. 

Schwere Verläufe 

Eine Entzündung der Binde- und der Hornhaut des Auges oder des Sehnervs kann die Folge sein und bei unzureichender Behandlung zu einem dauerhaften Sehschaden führen.

Ein Befall des Gehörgangs kann zu Gesichtslähmungen, Hörproblemen und Schwindel führen. Tritt die Entzündung auf das Gehirn über, sind lebensbedrohliche Verläufe möglich. Eine weitere gefürchtete Komplikation stellt die sog. „Post-Zoster-Neuralgie“ dar, bei der sich chronische Schmerzen im entsprechenden Hautbereich entwickeln, die über Jahre bestehen bleiben und schwer zu behandeln sind. 

Welche Hautregionen sind betroffen?

Im Gegensatz zu den Windpocken, die den ganzen Körper befallen, treten die Symptome der Gürtelrose in einem bestimmten Hautabschnitt, welcher durch einen Hautnerv versorgt wird, auf. Deshalb ist der Befall meist einseitig. Da der Rumpfbereich am häufigsten betroffen ist, kommt die Erkrankung so zu ihrem Namen.  

Am häufigsten sind Rumpf, Beine, Arme, Gesicht und Hals betroffen. Im Gesichtsbereich können auch Nase, Augen und der Mundbefallen sein. In besonders schweren Fällen kann das Varizella-Zoster-Virus das Auge oder das Ohr befallen.

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Wie verläuft die Behandlung?

Bei der Behandlung ist Zeit ein wichtiger Faktor. Im Besten Fall sollte innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der Symptome mit der Behandlung begonnen werden. Innerhalb dieses Zeitraums kann die Vermehrung der Viren besonders gut eingedämmt werden. Somit wird die Dauer der Krankheit sowie die Schmerzen reduziert. Trotz erfolgreicher Behandlung sind erneute Rückfälle im Laufe des Lebens möglich. 

Es empfiehlt sich also einen Hautarzt oder eine Hautärztin zu kontaktieren, sobald ein Verdacht auf Gürtelrose vorliegt. Generell empfiehlt sich der Gang zum Arzt/zur Ärztin, solange frische Bläschen vorhanden sind. Dies deutet an, dass sich das Virus noch in der Vermehrungsphase befindet. Treten keine frischen Bläschen mehr auf, befindet sich der Patient/die Patientin bereits in der Heilungsphase. Die Behandlung von über 50-Jährigen und bei schweren Verläufen wird in jedem Fall empfohlen. 

Die Symptome einer Gürtelrose können durch Schmerzmittel und antiseptische sowie austrocknende Lösungen zum Auftragen auf die betroffenen Hautstellen abgeschwächt werden. Oft kommen zusätzlich Medikamente, welche die Ausbreitung des Virus hemmen, zum Einsatz. Bei diesen Medikamenten handelt es um Virustatika, welche je nach Schweregrad als Tabletten oder Infusion über die Vene verabreicht werden. Diese Virustatika, mit den Wirkstoffen Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir oder Brivudin, sorgen dafür, dass die Bläschen schneller abheilen und reduzieren das Risiko für schwere Verläufe. 

Bei der Behandlung wird der Hautarzt bzw. die Ärztin das Alter des Patienten oder der Patientin, das Stadium der Krankheit sowie den Verlauf in Betracht ziehen, um die optimale Therapie festzulegen.

Autor: Dermatologe Dr. med. Max Tischler

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