Steigende Infektionen: So schützen Sie sich vor Affenpocken!

Die eigentlich seltenen Affenpocken haben in den letzten Wochen deutlich an Bekanntheit gewonnen. Der Grund dafür ist einfach: Ein Ausbruch der Viruserkrankung in Europa mit steigenden Infektionszahlen.  

Nachdem von Affenpocken vor kurzer Zeit noch kaum jemand in Europa gehört hatte, steigen nun die Zahlen der Infizierten deutlich an. Ein Notfallausschuss wurde einberufen, Impfungen in vielen Ländern eingeführt und Schutzmassnahmen empfohlen. Lesen Sie in diesem Artikel, mit welche Massnahmen Sie sich vor einer Ansteckung mit Affenpocken schützen können.  

Affenpocken

Affenpocken, auf Englisch Monkeypox, ist eine Viruserkrankung, welche unter anderem zu Pocken ähnelnden Hautveränderungen führt. 

Tipp: Mehr über Affenpocken und wie Sie die Krankheit erkennen, erfahren Sie in diesem Beitrag des OnlineDoctor Ratgebers.

Vorkommen und Verbreitung von Affenpocken

Ursprünglich stammt der Affenpockenvirus aus West- und Zentralafrika. Bei einem Menschen wurde die Erkrankung das erste Mal in den 70iger Jahren im Kongo festgestellt. Vereinzelt gab es in den letzten Jahren Fälle in Ländern wie den USA, Singapur, Israel und Grossbritannien. Erstmalig wurde im Mai 2022 ein Fall von Affenpocken in der Schweiz diagnostizier. Gleichzeit traten Fälle in weiteren europäischen Ländern auf.  

Schweiz

Nachdem die Schweiz zunächst nicht betroffen war, steigen nun auch langsam die Zahlen. Bislang wurden 68 Fälle gemeldet (Stand 24.06.2022).

Weltweit

Weltweit sind zurzeit einige Länder, hauptsächlich europäische Länder, von dem seltenen Affenpockenvirus betroffen. Insgesamt wurden in diesem Jahr 3413 Affenpocken Fälle gemeldet, 2933 davon in Europa (Stand 21.06.22).  

Wie infiziere ich mich mit Affenpocken?

Eine Infektion mit dem Virus erfolgte bislang hauptsächlich über infizierte Tiere, war jedoch noch vor kurzer Zeit äusserst selten. Die derzeitige Verbreitung der Affenpocken in Europa erfolgt jedoch von Mensch zu Mensch oder durch eine Kontaktübertragung über den Menschen.  

Tier zu Mensch Übertragung 

Bei den Affenpocken handelt es sich um einen Virus, der von Tieren stammt und auf den Menschen übertragen wurde. Dies erfolgt durch direkten Kontakt mit der Hauterkrankung, Blut oder Ausscheidungen sowie Kontakt mit dem Fleisch infizierter Tiere.  

Gut zu wissen: Nicht nur Tiere können uns Menschen anstecken, sondern auch andersrum. Deswegen sollten Sie nicht nur Ihre Mitmenschen, sondern auch Ihre Haustiere schützen und den Kontakt bei einer Infektion meiden.  

Mensch zu Mensch Übertragung 

Eine Übertragung der Affenpockenviren von Mensch zu Mensch erfolgt durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf eines Infizierten. Sexuelle Handlungen sind somit ein typischer Weg bei der Übertragung.  

Auch eine Tröpfcheninfektion, also die Übertragung des Virus durch ausgeschiedene Atemwegssekrete bei engem Face-to-Face-Kontakt, ist möglich. Schwangere Frauen können ihre ungeborenen Kinder im Mutterleib über die Plazenta infizieren. Auch nach der Geburt sind die Neugeborenen anfällig und können über Hautkontakt mit dem Virus angesteckt werden.  

Kontaktübertragung 

Auch eine Kontaktübertragung kann zur Ansteckung mit Affenpocken führen. Das passiert beispielsweise, wenn eine infizierte Person Kontakt mit Gegenständen hat, welche darauffolgend in Kontakt mit den Schleimhäuten (Auge, Mund, Nase, Genitalien, Anus) oder bereits kleine Hautverletzungen einer weiteren Person kommen. Geschehen kann dies zum Beispiel durch Smartphones, Essgeschirr und Besteck oder Handtücher. Auch über Toiletten ist die Übertragung möglich.  

Gut zu wissen: Nach etwa fünf bis 21 Tagen treten im Regelfall die ersten Krankheitszeichen, wie Hautausschlag, auf und halten in der Regel zwischen zwei bis vier Wochen an. Achtung: Solange Symptome auftreten, besteht Ansteckungsgefahr 

Schutz vor Affenpocken: Maßnahmen zur Eindämmung der Viruserkrankung

Schutzmassnahmen gegen Viruserkrankungen sollte durch die Covid-Pandemie für niemanden mehr fremd sein.

Was kann ich tun, um eine Ansteckung mit Affenpocken zu vermeiden?

Abstandhalten und gründliches Händewaschen gehört zum Alltag dazu und schützt vor zahlreichen Erkrankungen – so auch vor Affenpocken. Eine Ansteckungsgefahr ist generell bei grossen Veranstaltungen mit vielen Menschen und engem Körperkontakt (zum Beispiel Festivals) wahrscheinlicher, weswegen Sie hier besonders auf sich achten sollten. Öffentliche Toiletten, sollten, wenn möglich, ebenfalls gemieden werden. Wechselnde Sexualpartner stellen zudem ein grosses Risiko dar. Tritt ein Affenpockenfall in Ihrem Umfeld auf, sollten Sie nicht nur Abstand halten, sondern auch auf die Nutzung gemeinsamer Gegenstände meiden und auf die gängigen Hygieneregeln achten. Toiletten sollten nach der Nutzung desinfiziert werden.  

Impfung

Die Impfung gegen Affenpocken ist nun möglich in Europa möglich – jedoch nicht in der Schweiz.  

Der in Europa und den USA genutzte Imvanex Impfstoff, ist in der Schweiz bislang nicht zugelassen. Ein Schutz gegen Affenpocken bietet jedoch auch die Pockenimpfstoffe der ersten und zweiten Generation, welche bis 1972 verabreicht worden. Die ältere Generation, die diese Impfung erhalten hat, weist somit auch einen Schutz gegen Affenpocken auf. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verfolgt die Situation gemeinsam mit den Kantonen der European Centre für Disease Prevention and Contol (ECDC) sowie der Weltgesundheitsorganisation(WHO), sodass bei einer Verschlimmerung der Lage weitere Massnahmen getroffen werden können.

Gut zu wissen: Pocken gelten seit Jahrzenten als ausgerottet, weswegen auch die Impfung eingestellt wurde. 

Wichtig: Bei Ihnen treten Hautauffälligkeiten auf? Lassen Sie die Symptome frühzeitig medizinisch abklären und meiden Sie den Kontakt mit anderen Menschen.  

Gut zu wissen: Für wen besteht ein erhöhtes Risiko bei einer Affenpockeninfektion? Bei Menschen mit einer Immunschwäche oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem wie zum Beispiel Babys, Kinder sowie ältere Menschen (ohne Pockenimpfung) und auch Schwangere kann es zu schweren Krankheitsverläufen einer Infektion kommen.

Eine fachliche Ersteinschätzung von Hautveränderungen durch den Arzt oder die Ärztin nach Wahl erhalten Sie innerhalb weniger Stunden bei OnlineDoctor. Dafür müssen Sie Ihre Wohnung nicht verlassen und können unnötige Kontakte beschränken. Sollte doch ein persönlicher Termin in der Hautarztpraxis notwendig sein, erhalten Sie diesen kurzfristig.